Die fünf schlechtesten Ausreden gegen den Klimastreik

Die fünf schlechtesten Ausreden gegen den Klimastreik 3024 4032 Steffen Silberbach

Für eine gute Klimapolitik müssen wir jetzt Druck auf die Politik ausüben. Wer dieses Ziel ernst nimmt, muss am Freitag mit uns gemeinsam auf die Straße. Studien belegen: Wenn genug Menschen einen Wandel fordern, kommt er auch.

Varena Junge, Co-Founder & Chief Product Officer bei enyway

Es geht nicht mehr um die Frage, ob es einen Klimawandel gibt, denn die Fakten liegen unmissverständlich auf dem Tisch. Es geht um schnelles und konsequentes Handeln. Das gilt für den Staat, die Unternehmen und jede Einzelne und jeden Einzelnen von uns. Besonders wichtig ist dabei der Staat. Er stellt die Weichen für ein zukunftsfähiges Sozial- und Wirtschaftssystem und setzt den Rahmen für Unternehmen und Individuen.

Am 20. September will die Große Koalition ihr Paket zum Klimaschutz vorstellen. Fridays for Future ruft uns deshalb alle zum globalen Klimastreik auf. Das Momentum ist groß. Können wir es nutzen?

Das wird auch davon abhängen, wie viel Druck die Große Koalition verspürt. Der 20. September ist dafür ein symbolträchtiger Tag. Umso mehr wundert es mich, dass viele Partner an diesem Tag ganz normale Geschäftstermine machen wollen. Auch aus meinem Umfeld bekomme ich immer wieder dieselben Ausreden auf die Frage, warum jemand nicht mit dabei ist. Das sind die fünf häufigsten.

Ob ich jetzt dabei bin oder nicht, macht keinen Unterschied

Es ist wissenschaftlich belegt: Wenn sich mindestens 3,5 Prozent der Bevölkerung friedlich für einen Wandel einsetzten, trat dieser bisher immer ein. Das hat die US-amerikanische Wissenschaftlerin Erica Chenoweth errechnet und dazu Protestbewegungen der vergangenen 100 Jahre untersucht. Es ändert sich also etwas, wenn eine kritische Masse erreicht wird. Und diese kritische Masse wird nur erreicht, wenn jeder für sich entscheidet, am Protest teilzunehmen – und dann am besten noch zwei Kolleg*innen mitbringt.

Mein Unternehmen erlaubt das nicht

Kein Problem, ich kann mir gut vorstellen, dass man sich gerade an diesem Freitag aufgrund erhöhter Temperatur krank fühlt. Quasi gelebte Empathie mit der Erde. Und ein der Gesundheit förderlicher Spaziergang an der frischen Luft ist in solchen Fällen besonders ratsam.

Fürs Klima streiken, aber in den Urlaub fliegen ist Heuchelei

Vor lauter Angst, als Heuchler dazustehen, trauen sich viele nicht, den ersten Schritt zu tun. Statt gegenseitig mit dem Finger auf sich zu zeigen, geht es beim Klimastreik darum, eine Basis für ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem zu fordern. Und das darf jeder. Übrigens, eine solche Argumentation ist in erster Linie ein Beweis dafür, dass die Sachargumente fehlen und deshalb die Person angegriffen wird – besonders gut im US-Wahlkampf zu beobachten.

Die Politik plant doch ganz viel

Wenn selbst der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft im Handelsblatt vor einem drohenden „Klein-Klein“ warnt, wird deutlich, dass die Regierung Gefahr läuft, viel Papier mit wenig Wirkung zu produzieren. Dem können wir nur entgegenwirken, wenn wir uns öffentlich und kritisch mit den Vorschlägen aus Berlin auseinandersetzen. Die Angst vor einer Blamage muss in der Großen Koalition größer sein als die Anstrengung, etwas wirklich Wirksames zu verhandeln.

Ich habe keine Zeit

Die schlechteste Ausrede aller Zeiten, denn wir wissen: sie ist nur ein Synonym für „Es hat keine Priorität“.

Wer bei mir einen Termin für den 20. September anfragt, den lade ich übrigens immer direkt zum Meeting auf der Demo ein. Frische Luft und sich mit jungen Leuten unterhalten – so oder so keine schlechte Idee. Die Zeit für Ausreden ist vorbei, lasst uns Zukunft gestalten. Jeden Tag. Und am 20. September gemeinsam. Seid ihr dabei?

Wer bei mir einen Termin für den 20. September anfragt, den lade ich übrigens immer direkt zum Meeting auf der Demo ein. Frische Luft und sich mit jungen Leuten unterhalten – so oder so keine schlechte Idee. Die Zeit für Ausreden ist vorbei, lasst uns Zukunft gestalten. Jeden Tag. Und am 20. September gemeinsam. Seid ihr dabei?